Gedanken zum Informationsstand für Senioren (von Dr. Paula Hick)

Es ist gar nicht leicht, diesen Begleittext zu unserem Informationsstand für Senioren zu schreiben, denn für uns selbst sind viele Fragen offen: Worauf sollen wir uns einstellen? Welche Fragen, Probleme werden an uns herangetragen? Welchen Menschen werden wir dort begegnen?

Ich möchte daher hier nur einige Themenkreise des Alterns herausgreifen, für die PsychotherapeutInnen fachliche Kompetenz anbieten können.

n      Das Alter stellt uns vor neue Aufgaben. Wir müssen mit vielfältigen Verlusten körperlicher und sozialer Art fertigwerden. Wir müssen lernen zu akzeptieren, was wir sind, was wir waren und was wir nicht waren.

n      Lebenslang verdrängte seelische Verletzungen, verschüttete Gefühle (die aber „im Dunkeln“ weitergegärt haben) können gerade dann aufbrechen, wenn wir ein ruhiges, beschauliches Alter erhoffen. Das Alter ist die Zeit des „Aufarbeitens“ der Vergangenheit.

n      Das Alter wird von vielen auch als Chance für geistige Weiterentwicklung und seelische Reifung gesehen. Die tiefe Auseinandersetzung mit sich selbst im therapeutischen Dialog fördert dieses Anliegen.

n      Wie in jeder anderen Lebensphase auch, gibt es seelische Leidenszustände (Depressionen, psychosomatische Beschwerden, unerträgliche Ängste, ...), die der Behandlung bedürfen. Verhalten, das ein Leben lang das Selbstwertgefühl vermindert hat, kann auch an der Schwelle zum hohen Alter mit therapeutischer Hilfe noch verändert werden.

Diese exemplarischen Gedanken erschöpfen das Thema „Altern“ sicher noch lange nicht, aber sie sollen anregen und neugierig machen. Wir freuen uns darauf, uns mit Ihnen auszutauschen.